Betreuungsangebot

Kurzkonzept für: Naturkindergartengruppe auf dem Abenteuerspielplatz

 

Eröffnung:
ab Sommer 2016 möglich

 

Ort:
Der Stammplatz befindet sich auf dem Abenteuerspielplatz ERLE. Dort stehen ein beheizbarer Bauwagen sowie ein großer Außenbereich zur Verfügung. Die anliegende Obstbaumwiese wird auch für den Gruppenalltag genutzt.

 

Gruppengröße:
15 Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung.

 

Betreuungszeit:
Montag bis Freitag von 8:00Uhr bis 14:00Uhr

 

Aufnahme der Kinder und Eingewöhnungszeit:
Die Aufnahme eines Kindes kann auch im laufenden KiTa-jahr erfolgen, sofern ein Platz frei ist.

Wir gestalten die Eingewöhnungszeit in Anlehnung an das „Berliner Modell“ ein, d.h. elternbegleitet, bezugspersonenorientiert und abschiedsbewusst. Dies bedeutet, dass die Kinder in Begleitung einer vertrauten Bindungsperson schrittweise an die Fachkräfte, an die Kinder der Gruppe und an die täglichen Abläufe im Gruppengeschehen herangeführt werden.

Die Anwesenheitszeiten der Bindungsperson und die einzelnen Loslösungsschritte vereinbaren wir von Tag zu Tag vorab gemeinsam mit den Eltern, damit für die Kinder keine unerwarteten Trennungssituationen entstehen, die die Eingewöhnung belasten. Die Begleitung der Eingewöhnung durch die Eltern hat zudem das Ziel, dass auch die Eltern unsere Abläufe, Rituale und Arbeitsweise kennenlernen.

Die Dauer der Eingewöhnung richtet sich nach dem einzelnen Kind und kann deshalb auch von Kind zu Kind variieren. 2 Wochen stellen einen guten Mittel/ Erfahrungswert dar.

 

Anmeldung:
Die Anmeldung für den Kindergarten erfolgt in der Einrichtung oder über das Anmeldeformular

Anmeldeformular downloaden

 

Der Träger:
ERLE – Erleben leben e.V. ist ein gemeinnütziger Verein als Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Der Abenteuerspielplatz ERLE bietet neben der geplanten Naturkindergartengruppe ein offenes Programm im Nachmittagsbereich für Kinder und Jugendliche von 6 bis 14 Jahren.

In den kommenden Jahren (voraussichtlich ab 2017) werden Hühner, Hasen und Schafe als Bewohner auf unserem Gelände einziehen sodass eine Tiergestützte Pädagogik das Konzept besonders prägt.

 

Was ist ein Naturkindergarten?

Ein Naturkindergarten ist ein Kindergarten, in dem die Kinder im Wesentlichen in der Natur und im Freien sind. Unser Konzept vereint die Elemente eines Waldkindergartens und eines Farmkindergartens. Das heißt das zukünftig auch die Haltung von Tieren (Tiergestützte Pädagogik) Inhalte der pädagogischen Arbeit sind und auch die Pflege eines Gartenbereiches für die Naturkindergartengruppe Bestandteile des Kindergartenalltags sind.

 

Pädagogische Ziele

Wie in einem Regelkindergarten soll auch im Naturkindergarten die „Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden“. In unserer Gruppe können die Kinder ihre eigene Individualität, ihre ganz besonderen Fähigkeiten, Interessen, Neigungen und Wünsche entfalten und sich ebenso als Teil einer Gemeinschaft erleben.

 

Dabei sind uns drei Elemente besonders wichtig:

  • Täglich wiederkehrende Rituale und Abläufe, wie z.B. der Morgenkreis, das gemeinsame Frühstück oder der Abschlusskreis geben Sicherheit und Orientierung und stärken das Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe.
  • Das freie Spiel ist von zentraler Bedeutung für die Entwicklung der Kinder. Bei selbstgewählten Aktivitäten in unterschiedlichen Spielgruppen finden wertvolle Lern- und Erfahrungsprozesse statt, die alle Facetten der Persönlichkeitsentwicklung berühren, wie z.B. personale, emotionale, soziale, sprachliche, kognitive, motorische, künstlerische Aspekte.
  • Gezielte Angebote und Projekte, ob spontan oder geplant, bieten den Kindern Gelegenheiten, ihre Fähigkeiten und Interessen zu erweitern, bereits Bekanntes zu verfeinern oder zu vertiefen und auch ganz Neues kennenzulernen.

 

Folgende Ziele verfolgen wir dabei im Einzelnen:

 

Vielfältiges Bewegungsangebot:

Baumstämme zum Balancieren, Büsche zum Verstecken, Tiere zum Nachahmen laden die Kinder ein, ihren Körper, ihre Empfindungen und ihre Grenzen kennen zu lernen. Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit werden gefördert. Die Kinder entwickeln und verfeinern im Spiel ihre grob- und feinmotorischen Fähigkeiten.

 

Sinneserfahrungen:

Beim Fühlen und Beobachten in der Natur oder beim Streicheln der Tiere, beim Riechen von Erde, Wiesen und Tieren werden die Sinne auf natürliche Weise angesprochen. Die Ruhe der Natur veranlasst die Kinder zum Lauschen – sie hören raschelnde Blätter, Vogelstimmen oder den prasselnden Regen. So bieten sich ihnen viele Gelegenheiten, ihre Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren.

 

Schulung der Wahrnehmung und des mathematischen Verständnisses:

Das Sammeln und Ordnen von Samen und Früchten, das Messen von verschieden langen Stöcken etc. schulen die Wahrnehmung. „Logische“ Zusammenhänge erschließen sich beim Tun.

 

Erfahrung von Kultur und Sprache:

Geschichten, Märchen, Lieder, Finger- und Rollenspiele fördern die Merk- und Sprachfähigkeit der Kinder und leisten wichtige Beiträge zur kulturellen Entfaltung der Kinder. Der geringe Einsatz vorgefertigter Spielmaterialien fördert nicht nur Fantasie und Kreativität, sondern ermuntert die Kinder zur verbalen Kommunikation in Spielsituationen.

 

Ökologisches Bewusstsein / emotionale Beziehung zur Natur:

Durch das unmittelbare Erleben und die Auseinandersetzung mit den Ereignissen in der Natur wächst ein ökologisches Bewusstsein. Wir wollen über sinnliche Erfahrungen die Liebe zur Natur in den Kindern wecken. Im Kindergartenalltag verwenden wir eine Vielzahl von Naturmaterialien, aus denen wir ganz unterschiedliche Dinge gestalten. Dazu gehören auch die vielen Köstlichkeiten, die uns die Natur im Jahreskreis zu bieten hat, wie z.B. Obst, Gemüse oder Kräuter, die wir auf unseren Streifzügen durch die Natur vorfinden oder in unserem kleinen Garten anbauen.

Die Kinder (er)leben ein verantwortliches Handeln im Umgang mit Tieren und der Natur. Sie werden in alle anfallenden Tätigkeiten mit einbezogen, dürfen auch „Verantwortung“ übernehmen und werden mit der Zuneigung unserer Tiere und den Früchten der Natur „belohnt“

 

Erleben von Jahreszeiten und Naturkreisläufen:

Die Abläufe im Kreislauf der Natur werden draußen unmittelbar erlebt. Sonne, Wind, Regen und Schnee wecken die Lebendigkeit und fordern die Kinder heraus, spontan darauf zu reagieren. Unsere Feste im Jahreskreis sind in den Naturkreislauf eingebunden.

Und natürlich wird der Geburtstag eines jeden Kindes gebührend gefeiert.

 

Fantasie und Kreativität:

Im Naturkindergarten gibt es kaum vorgefertigtes Spielzeug. Mit Fantasie wird aus einem Ast eine Figur. Ein liegender Baumstamm kann sich in einen Ladentisch verwandeln: Tannenzapfen werden als Ware „verkauft“. So wird das Spiel der Kinder zu einem schöpferischen Akt.

 

Sozialverhalten und Kommunikationsfähigkeit, Kooperation und Partizipation:

In der Natur und auf dem Platz sind die Kinder auf gegenseitige Hilfe angewiesen, was die soziale Kompetenz der/des Einzelnen und der Gruppe stärkt. Durch geeignete Verfahren der Beteiligung (z.B. Morgen- und Abschlusskreis) werden die Kinder ermutigt, ihre Ideen, Anliegen und Meinungen einzubringen und dadurch bei der Gestaltung der Abläufe zu partizipieren.

 

Stille erleben:

Die nicht reizüberflutete, natürliche Umgebung bietet seltene Ruhe und Stille. Sie fördert innere Gelassenheit, Konzentrationsfähigkeit und Lebensfreude.

 

Von der Kindergarten- zur Schulreife:

Der Kindergarten bietet den Kindern zu jedem Zeitpunkt Gelegenheit das zu erfahren oder zu erlernen was ihrem jeweiligen Entwicklungsstand, ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Am Ende dieser Zeit steht die Reife für den Eintritt in die Schule. Im letzten Kindergartenjahr führen wir mit den zukünftigen Schulkindern spezielle Angebote und Projekte durch. Zusätzlich arbeiten wir in Kooperation mit den Lehrkräften der künftigen Grundschulen der Kinder. Ein „fittes“, selbstbewusstes, Kindergarten Kind wird den Übergang zur Schule leichte bewältigen können.

 

Wochenablauf

Für jede Woche gibt es einen Wochenplan den wir gemeinsam mit den Kindern festlegen. Die Wochenstruktur soll an drei Tagen ein buntes Programm für Aktivitäten auf dem Abenteuerspielplatz und an ein bis zwei Tagen gezielte Aktivitäten, Exkursionen und Ausflüge in die Natur der näheren Umgebung oder zu kulturellen und sozialen Zielen ermöglichen.

 

Tagesablauf

Die werden Kinder morgens immer zum Abenteuerspielplatz gebracht (Bring Zeit 800 Uhr bis 830 Uhr. Zur Abholzeit am Mittag sind wir immer zurück auf dem Platz. Der Tagesablauf ist durch täglich wiederkehrende feste Rituale geprägt. Dazu gehört der Morgenkreis, bei dem wir gemeinsam singen, die Vorhaben des Tages besprechen, oder die  Kinder erzählen dürfen, wonach ihnen gerade der Sinn steht. Nach einer kurzen Freispielzeit folgt dann das gemeinsame Frühstück. Anschließend ist ausreichend Zeit für das freie Spiel der Kinder, für gezielte Angebote oder spontane Aktivitäten mit einem Teil oder mit der gesamten Gruppe. Den Schlusspunkt bildet dann der Abschlusskreis, bei welchem wir den Tag reflektieren, einen Ausblick auf Kommendes geben und zum Abschluss noch einmal zusammen singen. Um 1300 Uhr findet dann das Mittagessen statt, für alle, die dafür angemeldet sind. Kinder, die nicht am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen, werden zwischen 1245 Uhr und 1300 Uhr abgeholt, die anderen um 1400 Uhr. An fünf Tagen haben wir ein warmes Mittagessen (vegetarisch, regional und vorwiegend aus ökologischem Anbau) von einem externen Essensanbieter.

 

Zusammenarbeit mit den Eltern

Zu Beginn und Ende jedes Kindergartentages stehen die Erzieher/innen zu kurzen „Tür- und Angel-Gesprächen“ zur Verfügung. Im Laufe der Kindergartenzeit wird eine Dokumentation zur individuellen Entwicklung des Kindes angefertigt. Einmal pro Jahr findet dazu ein ausführliches Gespräch mit den Eltern über unsere Einschätzungen zum

Entwicklungsstand der Kinder statt. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit für mehr als einen Gesprächstermin.

An den Elternabenden erhalten die Eltern Information über den Alltag und Gelegenheit zum Austausch über alle Anliegen des Naturkindergartens. Dabei werden organisatorische Dinge besprochen, Feste und Ausflüge geplant und pädagogische Themen behandelt. Das Engagement der Eltern ist in besonderem aber überschaubarem Maß gefragt, z.B. bei der Gestaltung des Platzes und bei Gartenarbeiten, bei der Tierversorgung an den Wochenenden, bei Ausflügen und Festen oder bei Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit, Spendenaktionen und Ähnlichem.

Die Elternvertreter/innen pflegen einen regelmäßig Austausch mit den Fachkräften des Kindergartens und des Trägers, wobei neben der pädagogisch-konzeptionellen Weiterentwicklung und aktuellen Fragen zum Kindergartenalltag auch die Planung und Gestaltung von festlichen Aktivitäten im Mittelpunkt steht.

 

Vereinbarungen im Naturkindergarten

Damit der Tag im Naturkindergarten zuverlässig ablaufen kann, werden Vereinbarungen mit den Kindern getroffen, die unser gemeinsames Miteinander gestalten. Die Vereinbarungen halten mögliche Gefahren für Kinder und Natur so gering wie möglich. Die Eltern werden über die Vereinbarungen informiert, akzeptieren und unterstützen diese.

 

Für die Eltern gilt:

  • Wir wünschen uns ein gesundes und abfallarmes Frühstück, um die Kinder zu fördern und die Umwelt zu schonen
  • Es wird geraten, das Kind jeden Tag nach Zecken abzusuchen, um eine Infektion zu verhindern.
  • Ebenso wird eine Tetanusimpfung des Kindes empfohlen.

 

Ausrüstung der Kinder

  • Geländetaugliche Kleidung und Schuhe, die der Jahreszeit angepasst sind, sind unerlässlich. Die Kinder benötigen individuelle Wechselkleidung sowie eine Kopfbedeckung die in einem extra Beutel auf dem Platz aufbewahrt wird.
  • Jedes Kind benötigt eine Reihe von Dingen, wie z.B. einen wasserdichten Rucksack, mit gepolsterten Schulter- und Brustgurten, ein tägliches Frühstück, ggf. Regensachen, Trinkflasche. Eine genaue Auflistung aller benötigten Dinge erhalten die Eltern bei der Aufnahme des Kindes.